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VideosBen Scheurer21. Oktober 20266 Minuten

Viral auf TikTok und trotzdem gescheitert: was ich über Content gelernt habe

30.000 Follower in wenigen Wochen und die Chance trotzdem versemmelt. Wie ich mit Content angefangen habe, was mir damals gefehlt hat und warum ich heute frei vor der Kamera rede.

Mit einem einzigen Video bin ich auf TikTok in wenigen Wochen auf 30.000 Follower gekommen. Und habe die Chance danach versemmelt. Das ist die Geschichte, wie ich mit Content angefangen habe, was damals schiefging und warum ich heute frei vor der Kamera rede, obwohl Claude mir Skripte schreibt.

Das Video zu diesem Artikel: Mein Weg zum Content Creator (und mein größter Fail) auf YouTube.

Die kurze Antwort

Viral gehen kann man mit fast allem. Daraus etwas zu machen, ist eine andere Aufgabe. Mir haben damals zwei Dinge gefehlt: Führungserfahrung und Infrastruktur. Reichweite allein baut kein Unternehmen.

Die erste Story am 20. Geburtstag

Das erste Mal, dass ich Content ernsthaft betrieben habe, war 2020, an meinem 20. Geburtstag. An diesem Tag habe ich meine erste Story auf Instagram veröffentlicht, abgesehen von ein paar Fotos davor. Mein Gedanke war: Egal jetzt, ich probiere das aus. Ich zeige mich mit Gesicht im Internet und schaue, was passiert.

Das Erste, was passierte: Der Respekt vor der Kamera war weg. Ich habe mich hingestellt, aufgenommen, fertig. Mehr war es nicht.

Zeitleiste: Let's Plays mit 14, erste Instagram-Story 2020, viral auf TikTok mit 30.000 Followern, erstes YouTube-Video, heute freies Reden vor der Kamera
Die Stationen, wie ich sie im Video erzähle.

30.000 Follower in wenigen Wochen

Irgendwann habe ich auf TikTok gepostet, und innerhalb von drei bis fünf Wochen ging ein Video durch die Decke. Das Thema hieß Rise Up, eine Startup-Idee, bei der es darum ging, das Bildungssystem zu revolutionieren.

In wenigen Wochen hatte ich 30.000 Follower und eine Community, die dieses Startup mit aufbauen wollte.

Was ich daraus gelernt habe: Man kann mit fast allem viral gehen. Das Video war nichts Besonderes. Es war nicht herausragend produziert. Ich habe im richtigen Moment gepostet, hatte eine gute Energie und habe eine Idee geteilt. Mehr als eine Idee war es zu dem Zeitpunkt auch nicht, ein fertiger Plan für ein großes Startup stand nicht dahinter.

Warum ich die Chance versemmelt habe

Diese Chance habe ich nicht genutzt, aus zwei Gründen.

Mir fehlte Führungserfahrung. Ich wusste nicht, wie ich eine Community in eine Richtung lenke, ohne Leute vor den Kopf zu stoßen. Wie sage ich jemandem, dass ich seine Idee nicht umsetzen will oder dass meine Vorstellung in eine ganz andere Richtung geht? Das konnte ich damals nicht.

Mir fehlte die Infrastruktur. Es war eine andere Zeit, KI gab es in dieser Form noch nicht. Heute würde ich mich hinsetzen, die Software bauen und schauen, was daraus wird. Damals ging das nicht so einfach.

Meine Vorbilder, und warum ich sie nicht kopieren kann

Damals habe ich Torben Platzer sehr intensiv verfolgt, zu der Zeit, als er auf YouTube noch Social-Media-Marketing erklärt hat. Das fand ich unglaublich inspirierend.

Mein größtes Vorbild beim Thema Content ist Gronkh. Seine Videos schaue ich, seit ich etwa elf bin, und ich habe sehr viel von ihm gelernt, vor allem diese ehrliche, authentische und freie Art.

Nur habe ich irgendwann gemerkt: Im Entertainment funktioniert das hervorragend, aber ich bin kein Entertainer. Ich kann ganz okay witzig sein. Im Kern erkläre ich aber Technik und erzähle von meinem Business. Ich kann die Art also nicht einfach übernehmen. Übernommen habe ich die Haltung dahinter.

Vom Let's Play zum eigenen Kanal

Content habe ich schon immer gern gemacht. Mit 14 habe ich Let's Plays aufgenommen und mit Camtasia geschnitten, sehr amateurhaft. Später habe ich auf Twitch gestreamt und relativ schnell wieder aufgehört.

Mein YouTube-Kanal ist älter als sein erstes Video. Das kam vor etwa zwei bis drei Jahren. Schon damals ging es um Business, zum Beispiel darum, wie man den ersten Kunden gewinnt. Ich saß im Hemd vor einer richtigen Kamera, mit einem durchdachten Konzept und einem ziemlich festen Skript.

Lust aufs Streamen hätte ich übrigens wieder. Das Setup steht, ich nehme mit OBS auf. Ob das jemanden interessiert, weiß ich nicht.

Hochphasen und Funkstille

Nach TikTok, den Let's Plays und den ersten YouTube-Videos gab es bei mir immer wieder Hochphasen und Tiefphasen. Zeiten, in denen ich gar nichts veröffentlicht habe.

Zum einen fehlten mir Ideen. Vor allem aber hatte ich das Gefühl, ich müsse erst wieder etwas schaffen, bevor ich es zeigen darf. Erst bauen, dann zeigen, dann wieder bauen.

Heute gehe ich das anders an.

Warum Claude meine Skripte schreibt und ich mich nicht daran halte

Claude schreibt inzwischen meine YouTube-Skripte. Ehrlich gesagt halte ich mich fast nie daran. Mir fällt es unglaublich schwer, mich an ein Skript zu halten.

Deshalb sind meine Videos so frei. Es gibt fast keine Schnitte, außer wenn ich mich grob verspreche oder kurz etwas nachsehen muss. Ich habe akzeptiert, dass das meine Art ist, und ich ziehe sie durch. Manche interessiert es, andere finden es langweilig.

Wo der Kanal heute steht

Ich bin sehr zufrieden damit, wie der Kanal läuft. Vieles ist automatisiert, ich kann reden, worüber ich will, mal mit viel Schnitt, mal mit fast keinem. Ich habe einen guten Ablauf für Thumbnails und einen für Skripte und Themen, und mein Claude ist inzwischen gut eingearbeitet.

Die Zahlen dazu, ehrlich: Ein Video bekommt 200 bis 500 Aufrufe, manchmal 800 oder 1.000. Ein paar haben 5.000 oder 10.000. Damit werde ich kein großer Influencer, auch wenn inzwischen ganz gute Kooperationsanfragen kommen.

Mir reicht etwas anderes. Ich bin glücklich, wenn ich meine Produkte zeigen kann und du mich unterstützt, indem du sie ausprobierst und im besten Fall weiter nutzt. Wie das Geschäft dahinter funktioniert, steht im Artikel Wovon ich lebe, wenn meine Software 19 Euro kostet.

Was ich dir mitgeben kann

Fünf Dinge, die ich aus diesen Jahren gelernt habe:

  1. Fang an, bevor du bereit bist. Der Respekt vor der Kamera verschwindet durch Aufnehmen, durch nichts sonst.
  2. Viral gehen ist kein Verdienst der Produktion. Timing, Energie und eine Idee reichen manchmal.
  3. Reichweite braucht ein Fundament. Ohne Führung und ohne Infrastruktur verpufft sie.
  4. Übernimm von deinen Vorbildern die Haltung. Ihr Format passt selten eins zu eins, was im Entertainment funktioniert, trägt bei Technik und Business nicht automatisch.
  5. Du musst nicht erst etwas Großes geschafft haben. Ich habe lange geglaubt, ich dürfe erst wieder etwas zeigen, wenn ich etwas vorzuweisen habe. Das hat mich nur gebremst.

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Häufige Fragen

Wie bist du auf TikTok viral gegangen?

Mit einem Video über eine Startup-Idee namens Rise Up. Es war nicht aufwendig produziert, ich habe im richtigen Moment gepostet und hatte eine gute Energie.

Warum hast du die 30.000 Follower nicht genutzt?

Mir fehlten Führungserfahrung und Infrastruktur. Ich wusste nicht, wie ich eine Community lenke, ohne Menschen vor den Kopf zu stoßen.

Schreibt eine KI deine Videos?

Claude schreibt meine Skripte. Ich halte mich aber fast nie daran und rede frei.

Wie viele Aufrufe haben deine Videos?

Meist 200 bis 500, manchmal 800 oder 1.000, einzelne 5.000 bis 10.000.

Wer sind deine Vorbilder?

Beim Content vor allem Gronkh, früher auch Torben Platzer.

Der Kanal und die Tools

Ich mache diesen Kanal für alle, die produktiver werden und ein eigenes Business starten wollen. Wenn dich interessiert, womit ich arbeite, findest du alles auf meiner Website.

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