Wovon ich lebe, wenn meine Software 19 Euro kostet
20 Softwareprojekte seit Januar, keines teurer als 49 Euro im Monat. Wovon ich trotzdem lebe: Ankerkunden bezahlen die Entwicklung, alle bekommen die Funktionen.
Seit Januar habe ich 20 Softwareprojekte umgesetzt, mehrere davon kannst du heute auf meiner Website buchen. Keines kostet mehr als 49 Euro im Monat, die meisten 19. Die Frage, die ich dazu am häufigsten höre: Wovon lebst du dann eigentlich? Hier ist die Antwort, mit allen Zahlen.
Das Video zu diesem Artikel: So verdiene ich Geld mit Vibe Coding auf YouTube.
Die kurze Antwort
Ich lebe nicht allein von den günstigen Abos. Hinter einem Teil meiner Produkte steht ein Ankerkunde, der die Entwicklung bezahlt hat. Ein Ankerkunde ist eine Firma mit größerem Budget, die bei mir eine Software in Auftrag gibt und dafür einen sehr guten Preis bekommt. Im Gegenzug behalte ich das Recht, aus dem Ergebnis ein Produkt für alle zu machen.
So zahlen die mehr, die mehr zahlen können, und alle bekommen dieselben Funktionen.
Meine Positionierung: die Aldi-Strategie
Ich positioniere mich als derjenige, der Gründern und Selbstständigen hilft, mit KI produktiver zu werden. Mehr schaffen in weniger Zeit, oder dasselbe Ergebnis mit weniger Mitteln. Das ist mein Job, und im Zeitalter der KI geht das besonders gut.
Dazu gehört ein Preis, den sich jeder leisten kann. Ich richte mich an Leute, die am Anfang stehen. Wer gerade gründet, hat keine 20.000 Euro für Software übrig.
Oft kommt der Einwand, die KI mache meine Software bald überflüssig. Ich sehe es umgekehrt. Ein Beispiel ist das Steuerrecht mit all seinen Ausnahmen: Das auf den einzelnen Fall anzuwenden und sich dazu alles über die Person zu merken, wird eine KI nach meiner Einschätzung auch in drei Jahren nicht allein können. Es braucht eine Software dazwischen, über die zum Beispiel eine E-Bilanz für eine GmbH erstellt und übermittelt wird. Das macht bei mir Quitt. Je besser die KI wird, desto besser wird auch meine Software.
Was meine Tools wirklich kosten
Auf meiner Website findest du keine Software, die über 50 Euro im Monat kostet.
- Die meisten Tools kosten 19 Euro im Monat.
- Das Maximum sind 49 Euro im Monat. Bei den beiden Tools zu diesem Preis kommt eine Transaktionsgebühr von 2,5 Prozent dazu. Fix zahlst du trotzdem nur 49 Euro.
Damit zur eigentlichen Frage: Wie entsteht bei mir Software, und wer bezahlt sie?
Weg 1: Ich löse mein eigenes Problem
Der erste Weg ist der einfache. Ich habe selbst ein Problem, baue mir eine Lösung und gehe davon aus, dass ich mit dem Problem nicht allein bin.
Ein Beispiel: Ich will wieder mehr auf Instagram machen und brauche dafür Skripte. Also baue ich mir ein Tool, das mein Instagram automatisiert und mir Skripte schreibt, die ich nur noch ablesen muss. Die Arbeit hätte ich ohnehin gehabt. Danach biete ich das Ergebnis auch anderen an.
So sind Atlas und Quitt entstanden. Warum Atlas für mich die Grundlage von allem ist, steht im Artikel Warum Notion und Obsidian kein Second Brain für deine KI sind.
Weg 2: Ankerkunden
Der zweite Weg ist der spannendere. Ein Ankerkunde ist ein größerer Kunde mit Budget, meistens eine Firma mit einer halben bis zehn Millionen Euro Umsatz im Jahr. Die Branchen sind ganz unterschiedlich. Gemeinsam haben diese Kunden ein Problem, von dem ich glaube, dass es mehr Firmen haben als nur diese eine.
Das Angebot an sie: Sie buchen bei mir eine Software zu einem Preis, der unter dem liegt, was sie am Markt sonst bekommen. Ich habe schon komplette Individualsoftware für 3.000 Euro gebaut. Dafür behalte ich mir das Recht vor, aus dem Entwickelten ein Produkt zu machen, das Selbstständigen hilft.
Das geht natürlich nur bei Software, die nicht völlig auf einen einzigen Fall zugeschnitten ist. Meine Shop-Software ist so ein Beispiel. Ich habe sie für einen großen Kunden gebaut, gleichzeitig für eine kleinere Kundin und für einen dritten Kunden. Drei Kunden nutzen dieselbe Software, also wurde sie für jeden günstiger als ein Einzelprojekt. Daraus ist Nexus geworden, das Gründer heute für 49 Euro im Monat selbst einrichten.

Drei Arten von Kunden, ein Verteilungsmechanismus
Am Ende habe ich drei Kategorien von Kunden:
- Große Ankerkunden, die 20.000 oder 30.000 Euro für eine Entwicklung zahlen, weil sie es sich leisten können oder dafür eine staatliche Förderung bekommen.
- Kleinere Ankerkunden mit kleineren Beträgen.
- Die Kunden im Abo, die die fertige Software buchen.
Die Ankerkunden senken mein Risiko in der Entwicklung. Selbst wenn ich eine Software danach kein einziges Mal verkaufe, habe ich Umsatz gemacht, von dem ich leben kann. Ohne das könnte ich sie gar nicht bauen. Die Kunden im Abo finanzieren die Software weiter, und aus der Menge der Buchungen wird auch die Individualentwicklung insgesamt günstiger.
Wer mehr zahlen kann, zahlt mehr. Wer weniger zahlen kann, zahlt weniger. Alle bekommen alle Funktionen.
Ein Feature, das eine Kundin bezahlt hat
Wer eine Individualentwicklung bucht, bekommt seine konkreten Wünsche in die Software, und ich garantiere dafür. Es gibt einen Vertrag mit einer Leistungsbeschreibung, und die Software kann am Ende genau das, was dort steht.
Ein Beispiel ist das Veranstaltungs-Werkzeug für eine Kundin. Vereinbart war ein Ticketsystem: Am Einlass wird mit dem Handy ein QR-Code gescannt, und auf dem Bildschirm steht, ob das Ticket gültig ist oder storniert wurde und ob die Person schon da ist.
Dieses Feature hätte ich von mir aus nicht als Erstes gebaut. Brauchen kann es jeder, aber man baut so etwas erst, wenn ein Kunde es wirklich haben will. Die Kundin hat den Bedarf geäußert und dafür bezahlt, und heute steht die Funktion allen zur Verfügung, auch denen, die sie nie in Auftrag gegeben haben. Wie sie funktioniert, steht im Artikel Tickets verkaufen, Einlass regeln: Veranstaltungen in Nexus.
Warum ich nicht überall 40.000 Euro nehme
Die harten Unternehmer fragen an dieser Stelle: Du könntest doch viel mehr abrechnen, warum nimmst du nicht bei jedem 40.000?
Weil es nicht geht. Gründer haben das Geld nicht. Sie würden einfach nicht buchen, und ich kann von niemandem verlangen, erst eine Finanzierungsrunde zu machen, damit ich eine fertige Software ein wenig anpasse.
Deshalb gibt es bei mir drei Stufen, und für jedes Budget ein passendes Angebot.

- Selbst einrichten im Abo, für 19 bis 49 Euro im Monat. Du machst mehr selbst und trägst dafür etwas eigenes Risiko.
- Einrichten lassen, für alle, die wenig Zeit und etwas mehr Geld haben. Ich richte eine bestehende Software für dich ein, zum Beispiel für 500 Euro eine Website oder für 3.000 Euro Atlas.
- Individualsoftware, für alle, die 20.000, 30.000 oder 40.000 Euro investieren können.
Wer 1.000 Euro im Monat verdient und 45 Euro zahlt, und wer eine Million verdient und 4.000 Euro zahlt, liegt im Verhältnis ungefähr gleich. So finde ich Angebote, die in jedes Budget passen.
Wenn Software zu individuell ist
Manche Projekte bleiben beim Kunden. Für einen Pflegedienst habe ich eine Routenplanung mit Google Maps und KI gebaut. Sie berechnet für das über 50 Köpfe große Team die bestmögliche Route. Fällt jemand aus, trägt man das ein, und alles wird neu berechnet.
So eine Software ist so speziell, dass sie nicht als Produkt für alle erscheint. Dafür gibt es dann eigene Verträge.
Warum ich keine Exklusivrechte abgebe
Verträge, in denen ein Kunde das vollständige Exklusivrecht an der Software bekommt, schließe ich in der Regel nicht ab. Der Grund ist einfach: In jedes Kundenprojekt fließt Arbeit ein, die ich über Monate vorher geleistet habe.
Ein Kunde kann seinen individuellen Teil schützen lassen, sodass ich ihn nicht noch einmal verwende. Die gesamte Software kann er nicht schützen lassen. Genau deshalb bin ich überhaupt günstig: weil ich viel vorgearbeitet habe.
Mein Boilerplate
Diese Vorarbeit hat einen Namen, ich nenne sie Boilerplate. Das ist eine Software ohne Funktionen, in der trotzdem alles steckt, was ich in jeder Software brauche: die Anmeldung, die Konfiguration der Schnittstellen, Webhooks, ein MCP-Server.
Dadurch kann ich eine neue Software in ein bis zwei Wochen herausbringen. Ich kenne niemanden, der Software auf diesem Niveau in dieser Zeit zu diesem Preis anbietet. Möglich ist das nur aus drei Gründen: weil es KI gibt, weil ich mein Second Brain habe und weil ich diese Infrastruktur aufgebaut habe.
Die Zahlen
Zum Zeitpunkt des Videos mache ich 3.500 Euro wiederkehrenden Umsatz im Monat. Der setzt sich zusammen aus Supportverträgen, Software-Abos und Entwicklungspauschalen, zum Beispiel 600 Euro pauschal für weitere Funktionen in einer Software. Dazu kommen die Aufträge zum Festpreis, die immer wieder hereinkommen.
Früher hatte ich ein Problem mit dem Verkaufen. Heute nicht mehr. Ich verkaufe im Grunde nur noch eines: dass ich jeden auf die Art produktiver mache, die zu seinem Budget passt.
Jeder profitiert von jedem
Das Modell funktioniert, weil alle Seiten etwas davon haben:
- Du im Abo bekommst Funktionen, die du dir allein nicht hättest leisten können, in einer Software, die sehr umfangreich ist und von der ich nicht allein leben muss.
- Die großen Kunden profitieren davon, dass viele Nutzer Fehler finden, die ihnen selbst nicht aufgefallen wären.
- Alle profitieren davon, dass ich keine Mitarbeiter habe und dass die KI so günstig und schnell ist.
Und ich profitiere auch. Ich habe unglaublich viel Spaß an diesem Geschäft.
Die Kapitel im Video
Das Video heißt "So verdiene ich Geld mit Vibe Coding". Vibe Coding meint, Software mit Hilfe von KI zu bauen. Im Video selbst geht es um das Geschäftsmodell dahinter:
- 00:00 20 Projekte seit Januar, sechs buchbare Produkte
- 00:40 Wovon lebe ich bei 19-Euro-Produkten
- 01:20 Meine Positionierung
- 02:34 Was meine Tools wirklich kosten
- 03:15 Weg 1: ich löse mein eigenes Problem
- 04:36 Weg 2: Ankerkunden
- 05:59 Warum Gründer davon profitieren
- 06:39 Wie Ankerkunden mein Risiko senken
- 07:59 Ein Feature, das eine Kundin bezahlt hat
- 09:23 Warum ich nicht überall 40.000 nehme
- 10:03 Routenplanung für einen Pflegedienst
- 11:26 Mein Boilerplate
- 13:25 Mein altes Problem mit Sales
Häufige Fragen
Was ist ein Ankerkunde?
Ein Ankerkunde ist ein größerer Kunde mit Budget, der eine Software in Auftrag gibt und dafür einen sehr guten Preis bekommt. Im Gegenzug behält der Entwickler das Recht, aus dem Ergebnis ein Produkt für alle zu machen.
Wie kann man von Software für 19 Euro im Monat leben?
In meinem Fall nicht von den Abos allein. Die Entwicklung wird über Ankerkunden und Aufträge zum Festpreis finanziert, die Abos finanzieren die Software weiter.
Bekommt ein Ankerkunde die Software exklusiv?
In der Regel nicht. Er kann seinen individuellen Teil schützen lassen, die gesamte Software aber nicht, weil darin Vorarbeit steckt, die in jedes Projekt einfließt.
Was ist ein Boilerplate?
Eine Software ohne Funktionen, die alles enthält, was jede Software braucht, etwa Anmeldung, Schnittstellen und Webhooks. Sie ist der Grund, warum eine neue Software in ein bis zwei Wochen entstehen kann.
Was kostet es, eine Software einrichten zu lassen?
Im Video nenne ich als Beispiele 500 Euro für eine Website und 3.000 Euro für die Einrichtung von Atlas.
Für jedes Budget ein Angebot
Selbst einrichten für wenig Geld, einrichten lassen für einen mittleren Betrag oder eine eigene Software bauen lassen. Alle drei Wege findest du auf meiner Website.